
Ein Bank-Werbespot, der NICHTS mit der Bank zu tun hat

Heimkommen: Der Werbespot mit über 17 Tsd. Kommentaren

Du hast für deine Video- oder Contentproduktion mittlerweile schon einiges an Equipment gesammelt. Du hast dich damit beschäftigt, das heißt, du kannst problemlos damit umgehen. Du kannst gestochen scharfe Bilder liefern, der Ton klingt glasklar und wunderbar. Deine Production Value ist hoch.
Aber wie viel Gedanken machst du dir zum Film? Wie viel Witz, wie viel Gespür und wie viel handfeste Geschichte steckt in deinem Content? Was ist dein Thought Value?
Erstmal möchte ich Begrifflichkeiten klären: Das, was ich unter „Production Value“ verstehe, ist alles, was für das Video oder den Film als Equipment oder Ausstattung zur Verfügung steht. Dabei geht es um die technische Wertigkeit der Produktion. Wie gut geeignet ist deine Kamera für den jeweiligen Zweck, wie gut sind deine Objektive? Wie gut und aufwändig leuchtest du aus, wie mikrofonierst du am besten, und so weiter. Aber auch wie viel Energie – und meistens auch Geld – steckst du in die Sets, die Requisiten, das Kostüm und so viele andere kleine Details. (Siehe dazu: Das Pareto-Prinzip)
Ich finde, dass die meisten Videos heutzutage schon sehr schnell sehr wertig sein können, also eine hohe Production Value haben können. Schlicht und ergreifend, weil gute Technik immer erschwinglicher wird und leichter zu bedienen ist. In Zeiten vom Analogfilm war es halt viel komplizierter, eine Werbung oder einen Film zu drehen, als heute. Heute kannst du auf einer spiegellosen Kamera oder direkt mit dem Handy, auf dem du diesen Blogartikel liest, wunderschönen Content für dein Unternehmen oder deine Services drehen, ohne dass du für das Equipment überhaupt einen größeren Rucksack brauchst.
Man kann also sehr leicht schöne Videos drehen. Und das wird auch immer mehr getan. Auf allen Plattformen findest du Unmengen an schönem Content, Eventvideos, Produktshots, Werbungen. Dabei kommt aber auch ein Problem auf. Die Zeiten sind vorüber, in denen man allein mit guter Technik punkten kann.
Und hier kommt die „Thought Value“ ins Spiel:
Unter “Thought Value” verstehe ich im Gegensatz zur Production Value die Eigenschaft, wie wertvoll die Produktion ist. Darunter fallen alle Gedanken, die du dir zum Film machst. Allem voran ist das die Story, die Geschichte, der rote Faden, der sich durch den Film zieht. Ich finde es extrem wichtig, diese beiden Begriffe zu trennen. Denn man kann einen großartigen Film mit den geringsten Mitteln drehen, wenn man eine kreative Idee und eine schlaue Umsetzung davon hat. Umgekehrt kann man massig Geld auf das Problem werfen, einen teuren und schönen Film drehen, der aber für das Publikum absolut uninteressant ist, weil keine oder nur eine schlechte Geschichte dahintersteckt.
Es zählt Originalität. Das heißt nicht, dass man unbedingt etwas noch nie Dagewesenes produziert, sondern dass man sich inspirieren lässt und die Idee originell umsetzt. Das kann man natürlich auch auf Eventfilme ummünzen. Ich bemühe mich zum Beispiel seit Jahren, meinen Eventfilmen einen Kontext zu geben. Dazu zählt für mich, eine kleine Geschichte um die Motivation und die Intention hinter dem Event zu schreiben und einzufangen – mir ist ein Konzept dahinter irrsinnig wichtig. Ich gehe nie ohne einen genauen Plan auf ein Event, ich will wissen, welche Aufnahmen ich brauche, um einen tollen, inspirierenden Film zu produzieren.
Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass ich wesentlich mehr Zeit für einen Eventfilm investiere. Das zahlt sich aber in allen Fällen aus, denn es ist quasi ein Alleinstellungsmerkmal und die Kund:innen haben wesentlich mehr Freude am Endprodukt. Auch wenn es ab und zu etwas teurer und anstrengender ist. (Dafür spare ich mir die Zeit in der Postproduktion ;-) )
Ich möchte dich inspirieren, dich auch öfters mit Storytelling in diesem Bereich auseinanderzusetzen. Ein paar Stunden im Vorhinein investieren bedeutet wesentlich weniger Kopfweh und weniger Zeitaufwand im Schnitt und in der Postproduktion. Originelle Filme zu drehen macht dir beim Dreh mehr Spaß, begeistert deine Kund:innen und bereitet deren Publikum auch mehr Freude beim Zusehen.
Sonnige Grüße,
Robert